Triptychon: Blüte, Baum, Frucht
Die auffallende Abstraktion greift einen einzelnen Apfel heraus und umgibt ihn mit farbigen Hüllen, die sphärisch sich runden und die Form des Apfels parallel bilden. Auf der linken Seite streben die Hüllen als gerade Parallelen fast senkrecht nach oben. In einem Bogen nach rechts werden die Parallelen zu konzentrischen Kreisbögen, um sich nach unten zu strecken und ihre Krümmungen abzuflachen.
Die äußerste Hülle in Blau löst sich am meisten auf und weitet sich nach rechts aus, sodass sie nicht mehr konzentrisch verläuft. Dadurch baut sich eine merkliche Spannung auf. Es kann ein sog gesehen werden, der eine Dynamik nach rechts bewirkt. Jede der Hüllen läuft auf der rechten Seite aus. Die zentrale rote Kugel scheint auch zu rotieren. Im oberen Bereich zeigt die blaue Hülle weiße Schichten, die eine innere Bewegung andeuten können. Folgt man dem Schwung der bogenförmigen Hüllen, stellt sich der Eindruck bewegter Hüllen ein; diese müssen nicht nur in eine Richtung rotieren. Bewegung und Gegenbewegung wirken zusammen mit Sog und sensiblen Reaktionen in allen Hüllen.
Erscheint der „Apfel“ schwer oder leicht?
Drei Bereiche gliedern das Bild von oben nach unten: Himmel. Apfelbaum und Feld. Der Apfelbaum trägt Früchte und besitzt noch einen kräftigen Blattwuchs. Trotz der zentrierten Komposition ist jedes Bildfeld voller Bewegung. Der oberste Himmel löst sich aus einem quellenden Blau kommend in ein luftiges Gewölk auf. Der Apfelbaum lässt sich gar fixieren; die farbige Bewegtheit nimmt den Blick leichflügelig mit und die schwebenden Früchte befördern diesen farbigen Flug. Selbst das Wiesenfeld zeigt eine ziehende Dynamik von rechts nach links, die auch dem ganzen Bild zu eigen ist.
Versucht man das Bild als ganzes in einem blick zu fassen, kann man bemerken, wie das Blattwerk des Baums plastisch wir und zu pulsieren beginnt. Die elementaren Zustände fest, flüssig. Luftig und das alles durchwärmende Feuer spielen gegenständlich-ungegenständlich mit dem Blick.
Eine weitere Abstraktion entfaltet das Blühen in senkrechten Strukturen. Das Geradenpaar Gold-Rot erstrecken sich nach unten und nach oben in gleichberechtigter Weise. Die grüne Gerade scheint mehr nach unten gerichtet zu sein. Die Farbfelder nach links und rechts werden kraftvoller und fester. Die „Blüte“ steht im farbigen Austausch mit dem Gold und Rot. Die jeweiligen Farben wirken vermittelnd untereinander. Sie werden gleichsam logisch wirksam.
Der weiße Kanal im Zentrum und die beiden schmalen Weißflächen links und rechts vom gelb tragen die Symmetrie des Bildes in besonderer Weise; ähnlich konsequent wirkt das Grün im Bild. Das Blau bildet den äußeren symmetrischen Abschluss.
Gibt es einen Bewegungszustand der Blüte: aufwärts?, abwärts?, schwebend?, rotierend?…


