Heidegger | A

Heidegger, A, 2009 Öl auf Leinwand, 80x100cm

Heidegger, A, 2009
Öl auf Leinwand, 80x100cm

Das Porträt zeigt im unteren Abschluss die plastische Form einer Büste. Es hebt sich dadurch stark vom Hintergrund ab. Auf der rechten Seite des Bildes schmiegt sich an das Porträt ein glasfensterartiges Farbspiel. Hier verbindet sich Hintergrund und Porträt anfänglich. Der intensiv blaue Hintergrund kontrastiert mit dem Gelb-Rot des Porträts; die Grünbereiche wirken harmonisierend mit dem Hintergrund zusammen.

Der Kopf ist überlebensgroß und auch die Anatomie ist tendenziell überzeichnet. Der monumentale Eindruck der Massen, der streng forschende Blick und die abwägende geneigte Haltung fordern den Betrachter heraus. Diese Forderung wird durch die modellierten Gesichtszüge unterstrichen.

Erst wenn man auch das mildere Mundspiel bemerkt, bei aller Festigkeit der Kinnpartie, kann man einen Anflug von Freundlichkeit und Sympathie erleben. Tritt einem im Blick nicht ein erhellendes Licht entgegen? Beleuchtet nicht sein Schauen das ganze Bild? Ist nicht ein Hören und ein Sprechen dem Blicken einverleibt?

Dem Porträt liegt das Studium der Metaphysik von Heidegger zu Grunde und biographische Studien.

Zitat aus der Schrift Was ist Metaphysik?

Wenn nun freilich das Denken, das versucht, die Wahrheit des Seins zu denken und zwar im Herkommen aus der langen Gewohnheit des Vorstellens des Seienden als solchen, sogar selbst sich in diesem Vorstellen verfängt, dann wird vermutlich sowohl zu einer ersten Besinnung als auch zur Veranlassung des Übergangs vom vorstellenden in das andenkende Denken nichts nötiger sein als die Frage: Was ist Metaphysik?

 

Martin Heidegger, Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main,2007, 16. Auflage, S.23